Eigentlich geht es uns immer darum:
mit verschiedenen Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit unserer Verletzbarkeit und Endlichkeit sowie zum Reden über Verluste allgemein und die damit verbundene Trauer anzuregen, Sterben und Tod mitten ins Leben zu tragen und uns als Gesellschaft eben auch gemeinsam zu tragen in schwierigen Lebensabschnitten – bis zuletzt: “Miteinander – Füreinander” (so das Thema der Palliativ-Woche 2026).
Miteinander – Füreinander
Wir alle
Viele Menschen verbinden das Wort «palliativ» mit Krebs, Morphium, Sterben und Tod und hoffen deshalb, möglichst nie mit Palliative Care in Berührung zu kommen. Dabei verkennen sie, dass wir alle eines Tages Bedarf haben für eine palliative Begleitung; das heisst Hilfe und Schutz brauchen, wenn eine ernste Krankheit voranschreitet und es vor allem darum geht, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten.
Von allen
Palliative Care wird von Fachpersonen aus vielen Berufsfeldern geleistet: Medizin, Pflege, Therapie, Seelsorge und Sozialarbeit. Kranke Menschen erwarten von ihnen Kompetenz und Erreichbarkeit, aber auch Verständnis für ihre individuellen Sorgen und Nöte in einer Situation von Unsicherheit und Verletzbarkeit. Eine palliative Behandlung wird nicht nur in hierfür spezialisierten Kliniken angeboten, sondern auch in Spitälern und Pflegeheimen sowie durch mobile Palliativdienste, die Menschen das Sterben zu Hause ermöglichen. Und letztlich sind wir alle, auch wenn wir keine Fachpersonen im engen Sinn sind, aufgefordert, ernst erkrankte Menschen zu begleiten und zu unterstützen. Palliative Care geht uns alle an.
Für alle
Dabei soll in der Palliativwoche ’26 ein ganz besonderes Augenmerk gerichtet werden auf Mitglieder unserer Gesellschaft, die bislang keinen oder nur einen unbefriedigenden Zugang haben zu Palliative Care; sei dies wegen fehlender Sprachkenntnisse, mangelnder Informationen oder einer Gruppenzugehörigkeit, die mit gesundheitlicher Ungleichheit einhergehen kann. Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, bei fortschreitender Erkrankung und am Lebensende gemäss ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen behandelt, gepflegt und begleitet zu werden. Und auch die ihnen nahestehenden Menschen haben ein Anrecht, dass ihre eigenen Fragen beantwortet werden und dass sie einfühlsame Unterstützung und Hilfe bei Entscheidungen erhalten.
Für die Trägerschaft 2026:
Manuela Rossini, Geschäftsführerin palliative bs+bl / Stephan Bachmann, Präsident CURAVIVA Basel-Stadt / Rony Hauser, Geschäftsführer CURAVIVA Baselland / Christine Paulicke, Geschäftsführerin APH Johanniter, Basel / Jikkelien Bohren, Geschäftsleiterin GGG Voluntas / Eveline Feiss, Michael Bangert, José Oliveira, Kirchliche Kommission Palliative Care Basel-Stadt / Judith Borter, Michael Frei, Co-Leiter:innen Ökumenische Koordinationsstelle Palliative Care Baselland / Michael Harr, Geschäftsführer Pro Senectute beider Basel / Stefan Schütz, Geschäftsführer SPITEX BASEL / Marta Mazzoli, Chefärztin PALLIATIVKLINIK IM PARK, Arlesheim / Jan Gärtner Palliativzentrum Bethesda Spital / Gabriele Marty, Geschäftsführerin Spitex-Verband Baselland / Sabine Siegrist, Geschäftsführerin Rotes Kreuz Basel / Anja Nicole Seiwert, Geschäftsführerin Rotes Kreuz Baselland
Programm ’26
2026
Die nächste Palliativ-Woche findet vom 26. Oktober bis 1. November in den beiden Basler Kantonen statt.
Sie eröffnet am Montagabend, 26.10. im Stadtsaal in Liestal.
Trägerorganisationen
CURAVIVA Baselland
CURAVIVA Baselland vertritt die Interessen der Baselbieter Alterszentren, Pflegeheime und Pflegewohnungen. Wir setzen uns ein für ein gutes, würdiges Leben und Sterben im Alter. In unseren 33 Mitgliedinstitutionen leben rund 3’200 Bewohnerinnen und Bewohner. Zudem bieten die Institutionen, die mit einem Leistungsauftrag der Baselbieter Gemeinden respektive Versorgungsregionen ausgestattet sind, neben Langzeitpflegebetten auch Ferienbett- und Notfallaufenthalts-Angebote an und betreiben Tagesstätten.
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, für die uns anvertrauten Menschen einen in allen Aspekten würdigen 4. Lebensabschnitt zu schaffen. Dass dazu eine professionelle Palliative Care gehört, ist für die Baselbieter Alters- und Pflegeheime eine nicht wegzudenkende Selbstverständlichkeit.
CURAVIVA Basel-Stadt
CURAVIVA Basel-Stadt vertritt die baselstädtischen Pflegeheime, Wohngruppen und Tagesbetreuungen. Unsere Mitglieder bieten ein Zuhause, Betreuung und Pflege für über 3’000 pflegebedürftige Menschen. Seit 1987 machen wir uns stark für gute Rahmenbedingungen für unsere Mitgliedsinstitutionen und eine umfassende, bedarfsgerechte Alterspflege für Baslerinnen und Basler.
Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein zu Hause geben, sie begleiten, pflegen und betreuen – das ist der Auftrag der Pflegeheime. Die Palliative Care ist dabei ein wichtiger Pfeiler.
GGG Voluntas
GGG Voluntas trägt seit über 25 Jahren zu einer Sensibilisierung im Umgang mit den Themen Krankheit, Sterben und Tod bei und bietet Unterstützung zur Erhaltung grösstmöglicher Selbstbestimmung. Dies leisten wir mit unseren Angeboten der Beratung zur Patientenverfügung und weiteren Vorsorgedokumenten, dem Begleitdienst für kranke Menschen zu Hause sowie mittels Vorträgen und Veranstaltungen. GGG Voluntas ist eine Organisation der GGG, der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel.
Lebensqualität spielt bei unseren Angeboten eine zentrale Rolle: in der Begleitung kranker Menschen und der pflegenden Angehörigen sowie in der Beratung zu individuellen Patientenverfügungen.
APH Johanniter
Das Alters- und Pflegeheim Johanniter wurde 1987 von einer ökumenischen Stiftung, bestehend aus drei Kirchgemeinden im Einzugsgebiet des St. Johann Quartier, gegründet. 2016 ist das APH Johanniter von qualitépalliative, gemäss den Qualitätskriterien zur stationären Behandlung in Institutionen der Langzeitpflege, erstmals zertifiziert worden. Seitdem ist das Label Motivation unseren hohen Standard laufend weiterzuentwickeln. Wir verstehen Palliative Care als ganzheitliches Betreuungs- und Behandlungskonzept mit dem Ziel, unseren Bewohnenden die bestmögliche Lebensqualität in der noch verbleibenden Lebensspanne anzubieten. Der Einbezug von externen Experten, sowie ein Angebot an konfessionell gebundener wie auch spiritueller Begleitung runden das Angebot ab.
Unser gesamtes Haus ist in die Umsetzung und Weiterentwicklung der Palliative Care involviert – von der Pflege über die Aktivierung, Verwaltung, Technik bis hin zur Gastronomie. Alle Mitarbeitenden werden auf dieses Thema hin geschult und sensibilisiert, was die Sicherheit des Handelns mit Bewohnenden in dieser letzten Lebensphase stärkt.
Kirchliche Kommission Palliative Care Basel-Stadt
Die kirchliche Kommission Palliative Care Basel-Stadt engagiert sich für die interprofessionelle Zusammenarbeit im Mobilen Palliative Care Team. Damit ermöglicht sie den niederschwelligen Zugang zu Seelsorge und spiritueller Begleitung in der ambulanten Palliative Care. Die Kommission ist vernetzt mit Kirchgemeinden, Fachorganisationen und dem Kanton, beteiligt sich an Weiterbildungen und öffentlichen Veranstaltungen (z.B. Letzte Hilfe Kurse).
Mobile Palliativseelsorge
https://www.erk-bs.ch/mobilepalliative
Palliative Care Angebote
https://www.rkk-bs.ch/pastoralraum/spezialseelsorge/palliative-care
Palliative Care und Christliche Verantwortung
https://www.pccv.ch/
Wir bringen die Bedeutung der Spiritualität und der Wertorientierung für die Lebensqualität der Betroffenen zur Sprache.
Ökumenische Koordinationsstelle Palliative Care Baselland
Die Koordinationsstelle wurde 2015 von den Landeskirchen geschaffen. Ihre Aufgaben sind die Initiierung und Stärkung der lokalen Netzwerke in der Palliative Care, die Unterstützung und Begleitung der Verantwortlichen und Freiwilligen in den Kirchgemeinden/Pfarreien sowie die Findung von Freiwilligen und deren Ausbildung. Zudem gilt es, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Es ist den Landeskirchen wichtig, Seelsorge und Spiritualität in die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Palliative Care einzubringen.
Begleiten von Sterbenden und deren Angehörigen ist eine Kernaufgabe der Kirchen. Diese Ressourcen und Kompetenzen sollen in der Palliative Care sichtbar gemacht und genutzt werden.
palliative bs+bl
palliative bs + bl ist eine Sektion der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung (palliative ch); gegründet wurde sie im März 2002. Hauptanliegen sind die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Palliative Care (Leistungsauftrag BS + BL); die Förderung des Zugangs zu Palliative Care für Betroffene und ihre Angehörigen; der Informations-, Erfahrungs- und Wissensaustausch unter den Fachpersonen; die Verankerung von Palliative Care im regionalen Gesundheitswesen; die Koordination für Letzte-Hilfe-Kurse im regionalen Mandat.
Wir möchten die Menschen dabei unterstützen, sich rechtzeitig Gedanken zu machen über die Gestaltung ihrer letzten Lebenszeit.
PALLIATIVKLINIK IM PARK, Arlesheim
Die PALLIATIVKLINIK IM PARK ist eine Klinik für spezialisierte Palliative Care mit öffentlichem Leistungsauftrag. Es stehen 10 Zimmer zur Verfügung. Menschen, die an einer fortschreitenden, unheilbaren Erkrankung leiden, werden durch ein multidisziplinäres, interprofessionelles Team behandelt, gepflegt und begleitet.
Das Gestalten der letzten Lebensphase beginnt nicht erst bei der Feststellung einer unheilbaren Krankheit. In diesem Sinne gehört zu Palliative Care eine vorausschauende Planung, welche nicht nur Patienten, sondern auch der gesunden Bevölkerung angeboten werden soll.
Palliativzentrum Bethesda Spital, Basel
(ehemals Hildegard)
Als spezialisierte Klinik für Palliative Care betreuen wir Menschen mit komplexen, chronisch fortschreitenden oder unheilbaren Krankheiten. Unser Ziel ist es, die bestmögliche Lebensqualität zu erhalten, sowie belastende Symptome wirksam zu lindern.
Unser interdisziplinäres Team arbeitet nach modernen medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Methoden und bezieht psychosoziale sowie spirituelle Aspekte mit ein. Ebenfalls werden Angehörige von Anfang an integriert und unterstützt.
Am neuen Standort im Bethesda Spital können wir mit unserem multi-professionellen Team unter deutlich verbesserten Bedingungen die spezialisierte Palliative Care für Menschen in frühen und späten Krankheitsphasen anbieten. Leid zu mindern und Lebensqualität bestmöglich zu erhalten ist auch unser Antrieb, wenn unsere ärztlichen Kolleginnen und Kollegen die Patientinnen und Patienten auch in ihrem Zuhause oder in der Langzeitpflege mitbetreuen.
Pro Senectute beider Basel
Die gemeinnützige Stiftung ist Fach- und Anlaufstelle für Altersfragen in der Region Basel und hat seit über 100 Jahren zum Zweck, das Wohl der älteren, zu Hause lebenden Menschen in Basel-Stadt und Baselland zu erhalten und zu fördern.
Mit rund 400 Mitarbeitenden an 10 Standorten sorgen wir mit verschiedenen Dienstleistungen dafür, dass ältere Menschen in Sicherheit und Selbstständigkeit leben können.
Pro Senecute beider Basel unterstützt ältere Menschen und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebensphasen. Der Tod ist ein Teil des Lebens.
Rotes Kreuz Basel
Das Rote Kreuz Basel engagiert sich seit 1888 für die Verletzlichsten im Stadt-Kanton. Wir entlasten und unterstützen Angehörige, die sich zu Hause persönlich um betagte oder kranke Familienmitglieder kümmern. In unseren Kursen zu Themen wie Demenz oder Palliativ Care lernen sowohl Fachleute als auch pflegende Angehörige kranke Menschen würdevoll und adäquat zu betreuen und zu pflegen. Das Rote Kreuz Basel ist eine der 24 Kantonalverbände des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) und berechtigt, das Rotkreuzemblem zu nutzen.
Das Rote Kreuz kümmert sich weltweit um Kranke und Verletzte. Darum engagieren wir uns auch für die würdevolle und fachgerechte Pflege unheilbar kranker Menschen.
Rotes Kreuz Baselland
Mitarbeitende und Freiwillige des Roten Kreuz Baselland sorgen im Baselbiet für mehr Menschlichkeit und Solidarität. Wir bieten zahlreiche Entlastungsangebote für zu Hause lebende, kranke und ältere Menschen sowie ihre Angehörigen an. Freiwillig tätige und fachlich ausgebildete Begleiterinnen und Begleiter sind für Schwerkranke, Sterbende und Angehörige da. Wir tragen mit konkreter Hilfe, Beratung und Bildung dazu bei, das Leben für viele Menschen lebenswerter zu machen.
In Würde leben und altern bedeutet auch, füreinander da zu sein und zuzuhören. Viele schwerkranke Menschen wollen zu Hause bleiben bis zum Ende. Unsere Freiwilligen begleiten Menschen mit einer schwerwiegenden oder chronisch fortschreitenden Erkrankung (inkl. Demenz) und sterbende Menschen.
SPITEX BASEL
SPITEX BASEL bietet ein umfassendes und spezialisiertes Angebot der Hilfe und Pflege zu Hause für Menschen jeden Alters, 365 Tage im Jahr. Selbstständigkeit, Sicherheit und Lebensqualität sowie die nachhaltige Entlastung von Angehörigen stehen im Vordergrund. Fachpersonen unterstützen in vertrauter Umgebung, auch in palliativen Lebenssituationen. SPITEX BASEL ist eine gemeinnützige, nicht gewinnorientierte Stiftung mit Leistungsauftrag des Kantons Basel-Stadt.
Auch für Menschen mit einer unheilbaren, lebensbedrohlichen Krankheit ist es möglich, im eigenen Zuhause gepflegt und betreut zu werden. Am liebsten daheim – dafür engagieren wir uns.
Spitex-Verband Baselland
Der Spitex-Verband Baselland (SVBL) ist die kantonale Dachorganisation aller NPO-Spitex-Organisationen. Diese stellen die ambulante Pflege und Betreuung für Menschen jeden Alters zu Hause sicher. Durch die Gemeinden resp. Versorgungsregionen sind die einzelnen Spitex-Organisationen mit einem Versorgungsauftrag ausgestattet. Dieser verpflichtet die Organisationen, jeden Auftrag im Rahmen ihrer Aufgabe anzunehmen und ihr Einzugsgebiet vollständig abzudecken – unabhängig vom Ort oder der Dauer eines Einsatzes.
Als ambulante Grundversorger sind unsere NPO-Spitex-Organisationen ein wichtiger Partner des Palliative-Care-Netzwerkes und spielen dank professioneller und kompetenter Spitex-Dienstleistung eine entscheidende Rolle auch im Bereich der palliativen Grundversorgung für Menschen, die zu Hause gepflegt und betreut werden.
Was ist Palliative Care?
Unheilbar kranke Menschen leben mit ihrer lebensbedrohenden Diagnose manchmal nur noch ein paar Tage lang, oft aber auch noch Wochen, Monate oder gar Jahre. Was ihre Not wendet ist eine umfassende Umsorgung, also Palliative Care. Palliativ heisst so viel wie bergend, ummantelnd, einhüllend.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Palliative Care so: «Palliative Care entspricht einer Haltung und Behandlung, welche die Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen verbessern soll, wenn eine lebensbedrohliche Krankheit vorliegt. Sie erreicht dies, indem sie Schmerzen und andere physische, psychosoziale und spirituelle Probleme frühzeitig und aktiv sucht, immer wieder erfasst und angemessen behandelt. Palliative Care
- lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden,
- unterstützt den Patienten darin, so lange wie möglich aktiv zu bleiben,
- bejaht das Leben und erachtet das Sterben als normalen Prozess,
- will den Tod weder beschleunigen noch verzögern,
- unterstützt Angehörige, die Krankheit des Patienten und die eigene Trauer zu verarbeiten,
- bezieht die seelischen, sozialen und spirituellen Ressourcen der Patient:innen und Angehörigen ein,
- ist Teamarbeit, um den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen möglichst gut gerecht zu werden,
- kann frühzeitig in der Erkrankung angewendet werden in Kombination mit lebensverlängernden Massnahmen.»
Diese Definition zeigt: Palliative Care ist keine Sterbehilfe. Sie ist vielmehr Lebenshilfe für Körper, Geist und Seele bis zum Tod.
PALLIATIVE CARE
Wichtige Adressen in der Region Basel
Angebote Kanton Basel-Stadt
Rückblick und Ausblick
Palliativ-Woche ’21 – Programmheft: pdf
Wer redet schon gerne über unheilbare Krankheiten und das Lebensende? Kein Wunder also, wissen immer noch viele nicht wirklich, was Palliative Care eigentlich ist. Darum gibt es die Palliativ- Wochen. Initiiert wurden sie von palliative bs+bl, mitgetragen wurden und werden sie von anderen grossen Organisationen, die sich in der einen oder anderen Form mit dem Lebensende befassen.
Mit den Palliativ-Wochen soll eine breite Öffentlichkeit dafür sensibilisiert werden, dass Palliative Care nicht bedeutet, «jemanden aufzugeben». Palliative Care kümmert sich nicht ausschliesslich ums Sterben und den Tod, sondern steht für ein Leben mit Lebensqualität und Lebensfreude bis zum Ende.
Im November 2021 hat erstmals eine Palliativ-Woche stattgefunden. Unter dem Titel «Lebensqualität bis zuletzt» stand dabei die Lebensqualität bei schwerer Krankheit und im Sterben im Zentrum. Zahlreiche Theater- und Filmaufführungen, Erzählrunden, Referaten und Podiumsdiskussionen in Basel, Riehen, Allschwil, Münchenstein, Therwil, Sissach und Liestal boten Gelegenheit, sich mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen.
Palliativ-Woche ‘22 – Progammheft: pdf
Im November 2022 fand erneut eine «Palliativ-Woche» statt. Zu der bisherigen Trägerschaft aus palliative bs+bl, Curaviva Basel-Stadt, Curaviva Baselland, Spitex Basel, Kirchliche Kommission Palliative Care Basel-Stadt, Ökumenische Koordination Palliative Care Baselland und Pro Senectute beider Basel gesellten sich neu Rotes Kreuz Basel-Stadt, Rotes Kreuz Baselland, Hospiz im Park, Palliativzentrum Hildegard sowie Spitex-Verband Baselland.
Im Rahmen Palliativ-Woche ’22 zum Thema «Vorausplanung schafft Zuversicht» organisierten die Trägerorganisationen in beiden Kantonen insgesamt 22 Anlässe, darunter Referate, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Erzählcafés und eine Theateraufführung.
Am Eröffnungsanlass in der Aula der Universität sprach Prof. Gian Domenico Borasio vor dem zahlreich erschienenen Publikum darüber, was den Menschen am Lebensende wirklich wichtig ist. Zudem gab es im Foyer des Theaters Basel und in der Kantonsbibliothek Liestal je einen halbtägigen «Treffpunkt», an dem Fachleute aus verschiedenen Organisationen für Informationen und Beratung zum Thema «Vorausplanung» zur Verfügung standen; beide «Treffpunkte» stiessen auf grosses Interesse beim Publikum.
Palliativ-Woche ‘23 – Programmheft: pdf
Bereits zum dritten Mal nach 2021 fand im November 2023 eine «Palliativ-Woche» statt, diesmal zum Thema «Gemeinsam statt einsam sein». Menschen sind soziale Wesen und deshalb aufeinander angewiesen. Das zeigt sich besonders, wenn jemand ernstlich erkrankt ist. Für Menschen mit fortschreitender und schwerer Krankheit ist nicht nur die Linderung von belastenden Symptomen wesentlich, sondern auch die Begleitung durch die Nächsten. Genau deshalb war die Palliativ- Woche 23 dem Thema »Gemeinsam statt einsam sein» gewidmet; erneut wurde sie von einer breit abgestützten Trägerschaft organisiert.
Im Rahmen der Palliativ-Woche fanden in beiden Kantonen Referate, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Erzählcafés und ein Konzert statt. Der Eröffnungsanlass am Montag im Bernoullianum brachte mit der Aargauer Alt-Ständerätin Christine Egerszegi und dem Schriftsteller Lukas Bärfuss und zwei ganz unterschiedliche Persönlichkeiten zusammen. Christine Egerszegi war immer eine gut vernehmbare Stimme für Gesundheit und Soziales. Früh hat sie sich auch stark gemacht für den Ausbau von Palliative Care. Lukas Bärfuss gab Einblick in drei Lektionen, die er auf seinem Weg von der Strasse zum Ehrendoktor gelernt hat. Es sind Prinzipien, die einen Unterschied machen in der Kunst, in der Politik und im Privaten.
Palliativ-Woche ‘24 – Programmheft: pdf
Die 4. Palliativ-Woche widmete sich dem Spannungsfeld «Lebenshilfe – Sterbehilfe», das zu einer intensiven Auseinandersetzung mit schwierigen medizinischen, ethischen und gesellschaftlichen Fragen führte.
In beiden Kantonen fanden insgesamt 18 sehr gut besuchte Veranstaltungen statt, 2 davon auch online zum Leben und Sterben in ausgewählten Altersheimen.
Der Eröffnungsanlass in Liestal brachte mit Alt-Ständerätin und EXIT-Vorstandsmitglied Anita Fetz, dem Palliativmediziner Rolanz Kunz und dem ehem. Klinikseelsorger Andreas Imhasly drei Persönlichkeiten zusammen, die das Thema «Lebenshilfe – Sterbehilfe» aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beleuchteten. Am Hauptanlass in Basel stand das Thema «Sterbefasten» im Zentrum. Marta Mazzoli, Chefärztin der Palliativklinik im Park in Arlesheim, und Klaus Bally, pensionierter Haus- und Pflegeheimarzt, berichteten aus ihrer reichen Erfahrung mit Menschen, die zunehmend weniger essen und trinken oder gar vollständig auf Nahrung und Flüssigkeit verzichten.
Diese beiden von palliative bs+bl organisierten Grossanlässe wurden zusätzlich per Videostream auf YouTube live übertragen und können hier abgerufen werden: www.youtube.com/@palliativ-woche.
Palliativ-Woche ’25 – Programmheft: pdf
Die mittlerweile 5. Palliativ-Woche stand unter dem Titel «Abschiedlich leben», um zu Gedanken über unser Leben mit all seinen kleinen und grossen Verletzungen, Enttäuschungen, Richtungsänderungen und Umorientierungen anzuregen. Aber auch die anspruchsvolle Auseinandersetzung mit Verlust und Trauer sowie mit schwerer Krankheit, Sterblichkeit und dem unabwendbaren Tod waren Thema und wurden öffentlich diskutiert. Nicht zuletzt ging es auch darum, zu zeigen, wie Palliative Care uns im Umgang mit dem eigenen grossen Abschied und auf unserer letzten Reise unterstützen kann.
In beiden Basler Kantonen fanden rund 35 Veranstaltungen statt: Fachreferate der Spitäler, Kliniken und anderen Einrichtungen für Palliative Care statt, Vorträge einer Demenz-Expertin und einer Psychoonkologin, bunte Workshops für Kinder und Jugendliche, Bücherpräsentationen und vier Filmvorführungen, interaktive Theaterstücke, ein Konzert der Young Musicians, ein ‘Death Café’ und hilfreiche Letzte Hilfe Kurse, ein Stadtrundgang in Basel zu religiösen Orten für Abschiedsrituale sowie Einsichten in den buddhistischen Zugang zum Thema und ein Erfahrungsaustausch des Freiwilligen im Palliativdienst des SRK. Zudem gab es online-Anlässe zur Abschiedsgestaltung in vier unterschiedlich spezialisierten Heimen. Und nicht zuletzt verschiedenen Orte Raum für unkomplizierte und vertrauensvolle Begegnungen, ‘einfach’ zum Reden oder auch zum gemeinsamen Kochen.
Am Eröffnungsanlass in Basel am Montag (17.11.) im Oekolampad liessen uns die ehemalige Regierungsrätin Veronika Schaller, bis Ende 2025 Präsidentin von Curaviva BS, und der ehemalige Kantonsarzt Thomas Steffen an ihren ganz persönlichen Gedanken zum Thema „Abschiedlich leben“ teilhaben. Stadtoriginal -minu erzählte in der Predigerkirche, was es bedeutet, sich Schritt für Schritt von einem geliebten Menschen verabschieden zu müssen. Der Schauspieler Julian Schneider bot eine Performance im Alters- und Pflegeheim Johanniter zum Abschiedsprozess seiner verstorbenen Mutter, der Ärztin und Patientin Kathryn Schneider-Gurewitsch. Und auch am Schlussanlass im Cheesmeyer in Sissach duftenen wir von der Politikerin Maya Graf und der Walliser Sängerin Sina erfahren, dass «abschiedlich leben» trotz aller Traurigkeit auch bereichernd und befreiend sein kann. Dieser Anlass wurde einmalig live übertragen und am Schluss mischten sich die beiden Frauen unter das Publikum, um auf das Leben anzustossen.
Ausblick
Palliative Care ist komplex. Sensibilisierung und Information tun not. Deshalb organisiert palliative bs+bl seit 2021 Zusammenarbeit mit Partnern jährlich eine Palliativ-Woche. In jedem dieser Jahre steht ein anderes Thema im Zentrum.
Auch 2026 wird es wieder eine Palliativ-Woche geben mit vielfältigen Veranstaltungen in den Kantonen Baselland und Basel-Stadt, zeitgleich mit ähnlichen Aktionswochen schweizweit.
Das Motto lautet: «Miteinander – Füreinander»
SAVE THE DATES: 26.10.-1.11.
Kontakt
Trägerschaft Palliativ-Woche
c/o palliative bs+bl
Postfach
4009 Basel
info@palliative-bs-bl.ch


